SportFCSGWarum der FC St.Gallen kriselt

Warum der FC St.Gallen kriselt

Spitzguuge
Nach dem 2:2 in Genf hat der FC St.Gallen nunmehr nur eines der letzten acht Spiele gewonnen. Sportjournalist Dominic Ledergerber nennt «mentale Tiefs, mangelnde Qualität und Pech» als Gründe für die Espen-Krise.
Publiziert am Do 11. Feb 2021 07:01 Uhr
© Keystone
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Der FC St.Gallen liest sich derzeit wie ein offenes Buch – auch deshalb, weil sich die Partien der Espen im Frühjahr 2021 gleichen. Das 2:2 im Auswärtsspiel von Mittwoch gegen Servette war die vierte sieglose Partie in Folge, zum vierten Mal hintereinander wurde gegen die Ostschweizer ein Penalty gepfiffen und zum dritten Mal in Serie gab die Mannschaft von Peter Zeidler eine frühe Führung preis.

Gegen den FC Zürich (2:3), in Sion (2:3) und am Mittwoch in Genf (2:2) mussten sich die Anhänger des FC St.Gallen maximal bis zur 7. Minute gedulden, ehe sie über das erste Tor jubeln konnten. So lobte Trainer Peter Zeidler vor dem Spiel zwar die verbesserte offensive Ausbeute, die Hoffnung, dass sich seine Mannschaft nun auch wieder defensiv steigern würde, zerschlug sich im Stade de Genève aber erneut.

Die Leichtigkeit ist weg

Die Tatsache, dass der FC St.Gallen zuletzt drei Mal in Folge eine Führung verspielte, mag eine statistische Zufälligkeit sein, gleichwohl ist sie aber begründbar. Nach seinem Exploit in der vergangenen Saison verliessen den FC St.Gallen nicht nur Leistungsträger, sondern auch die Leichtigkeit.

Dies zeigt sich etwa am Beispiel des Abwehrzentrums, wo Leonidas Stergiou (18) und Betim Fazliji (21) nicht länger die Neuentdeckungen der Liga sind, sondern Spiel für Spiel viel Verantwortung tragen müssen.

Anfällig für mentale Tiefs ist hingegen die gesamte Mannschaft. In den letzten drei Partien kassierte der FC St.Gallen jeweils keine 15 Minuten nach einem eigenen Treffer ein Gegentor und agierte danach jeweils ziemlich verunsichert. Auch eigentliche «Mentalitäts-Monster» wie Jordi Quintillà (27), Lukas Görtler (26) oder Basil Stillhart (26) sind derzeit nicht in der Lage, den Rest der Mannschaft mitzureissen.

Mangelnde Qualität – und Pech

So steht und fällt zwar vieles mit der Mentalität – aber längst nicht alles. Auf gewissen Positionen reicht schlicht die Qualität nicht aus, so etwa in der linken Verteidigung, wo sich die Muheim-Lückenbüsser Boubacar Traoré (23) und Euclides Cabral (22) in Sachen Ungeschicktheit im Defensivverhalten gegenseitig übertrumpfen.

Keiner von den beiden kann dem derzeit verletzten Miro Muheim (22) das Wasser reichen. So gesehen ist es eine gute Nachricht, dass der lange abwesende Aussenverteidiger Nicolas Lüchinger (26) nun schon mehrmals im Nachwuchs auflaufen konnte und sein Comeback näher rückt.

In den vergangenen Partien war aber auch viel Pech dabei, so wie etwa bei der nicht regelkonformen VAR-Intervention gegen Lugano (0:1), dem Patzer von Lawrence Ati Zigi gegen den FC Zürich (2:3), dem Last-Second-Gegentor in Sion (2:3) oder dem gestrigen Eigentor von Fazliji.

Die richtigen Schlüsse ziehen

Positiv war am Mittwoch indes, dass der FC St.Gallen nach drei Niederlagen in Folge wieder punktete. Und die Tatsache, dass Peter Zeidler mit Musah Nuhu (24) über einen Rückkehrer verfügt, welcher der Mannschaft Stabilität verleiht.

Am Trainer ist es nun, die richtigen Schlüsse aus den vergangenen Partien zu ziehen. Viel Zeit bleibt dafür nicht: Bereits am Samstag gastiert der FC St.Gallen zum zweiten Mal innert zehn Tagen beim FC Sion, wo die Ostschweizer alles daran setzen werden, das Glück auf ihre Seite zu zwingen.

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