SportFCSGVaduz steigt ab, St.Gallen kann Vierter werden

Vaduz steigt ab, St.Gallen kann Vierter werden

Spitzguuge
Fünf Runden vor Schluss können in der Super League mathematisch alle Teams ausser YB noch absteigen. Wen trifft's? Wer muss in die Barrage? Und wie schneidet der FC St.Gallen ab? Sportjournalist Dominic Ledergerber wagt eine Prognose.
Publiziert am Fr 30. Apr 2021 12:06 Uhr
© Keystone
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Wenn die Espen am Samstagabend im fünftletzten Super-League-Spiel dieser Saison beim FC Basel gastieren, tun sie dies mit guten Erinnerungen: Seit Dezember 2017 hat der FC St.Gallen im St.Jakob-Park kein Spiel mehr verloren – zweimal gab's ein Unentschieden, gar viermal hat er die volle Punktzahl vom Rheinknie in die Ostschweiz zurückgebracht.

Als Basel das letzte Mal ein Heimspiel gegen St.Gallen gewann, standen dort noch die heutigen Bundesliga-Profis Manuel Akanji (BVB), Renato Steffen (Wolfsburg), Michael Lang (Gladbach) und Marek Suchy (Augsburg) auf dem Platz, auf der Gegenseite schenkte Trainer Giorgio Contini im Tor Daniel Lopar das Vertrauen. Es sind Fakten, die belegen, wie lange es her ist, seit die Ostschweizer beim morgigen Gegner letztmals nicht punkten konnten.

Und Punkte, auch wenn es am Ende nur einer werden sollte, sind in der jetzigen Situation Gold wert. Nicht nur für den FC St.Gallen, sondern für (fast) die komplette Liga. 15 Zähler sind noch zu vergeben, 14 beträgt die Differenz zwischen dem Zweiten Basel und dem Letzten Sion – rein mathematisch können also alle Teams ausser YB noch absteigen.

Vaduzer Höhenflug ist vorbei

Dass Basel, Servette, Lugano oder Lausanne in den letzten fünf Runden noch über zehn Punkte gegenüber dem FC Sion einbüssen, scheint dennoch unwahrscheinlich. Den «Schwarzen Peter» für den direkten Abstieg können die Walliser wohl höchstens noch dem FC Vaduz oder dem FC Zürich abtreten.

Diese drei Teams liegen derzeit mit einer Differenz von fünf Punkten am Tabellenende. Der FCZ bestreitet noch Heimspiele gegen Lugano, St.Gallen und Vaduz, und hat überdies auch genügend Qualität, um auch in Lausanne und Basel zu punkten – für ihn wird sich der Kampf gegen den direkten Abstieg eher früher als später erledigt haben.

Der FC Sion wird sich auf der Zielgeraden – wie in der Vergangenheit schon so oft – fangen und hat das vermeintlich einfachere Schlussprogramm als Vaduz, das noch gegen drei der aktuellen Top-vier-Teams (YB, Servette, Lugano) antreten muss. Für die Liechtensteiner dürfte das Abenteuer Super League damit nach nur einer Saison wieder vorbei sein, ihr Höhenflug nahm zuletzt mit drei sieglosen Partien bereits ein Ende.

Ablenkung Schweizer Cup

Auch wenn der FC Vaduz am Ende also direkt absteigen dürfte, besteht für mehrere Super-League-Clubs weiterhin Abstiegsgefahr. Das gilt auch für den Sechsten Luzern und den Siebten St.Gallen, die kommende Woche zusätzlich zum Schlussspurt in der Meisterschaft noch je ein Cup-Halbfinale bestreiten.

Obwohl Luzern seit 2012 und die Espen gar seit 1998 auf ein Pokalfinale warten, dürfen sich die beiden Teams von diesem zweitrangig-prioritären Wettbewerb nicht zu sehr ablenken lassen.

Auf dem zweitletzten Platz landet schlussendlich der FC Sion – die Walliser werden der Super League aber dennoch erhalten bleiben, da sie an die Barrage gute Erinnerungen haben: 2012 verteidigten sie ihren Platz in der obersten Liga in der Barrage gegen Aarau, 2006 stieg der FC Sion aus der Challenge League via Barrage und auf Kosten von Neuchâtel Xamax auf.

Dem FCSG geht der Sprit zuletzt aus

Bleibt noch die Frage, auf welchem Platz der FC St.Gallen die Saison beenden wird. Der Mannschaft von Peter Zeidler gelang am vergangenen Wochenende gegen Vaduz ein eminent wichtiger Befreiungsschlag (1:0). Attraktiv war dieses Spiel zwar nicht, dennoch kann er den Espen noch einmal Flügel verleihen.

Mit einem Altersdurchschnitt von 23,2 Jahren stellen die Ostschweizer auch diese Saison das jüngste Team der Liga ­– trotz eines aufwendigen Spielstils dürfte diesem Team der Sprit zuletzt ausgehen. Der FCSG hat nun drei der letzten sechs Pflichtspiele gewonnen, einen Cupfinal vor der Brust und ein kleines Polster zur Abstiegszone geschaffen.

Wenn die Ostschweizer den Schwung nun nach Basel mitnehmen, können sie in der Tabelle noch einen Sprung nach vorne machen. Maximal wohl auf Platz 4, wo der FC Lugano im Moment noch sechs Punkte Vorsprung hat. Mit dem Abstieg werden die Espen aber definitiv nichts zu tun haben.

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