SportFCSGTrotz Pleite: Espen marschieren ohne Druck auf Zielgerade

Trotz Pleite: Espen marschieren ohne Druck auf Zielgerade

Spitzguuge
In Thun gibt der FC St.Gallen das Spiel her (1:2) und die Tabellenführung ab. Erstmals nach sechs Partien muss die Mannschaft von Peter Zeidler damit den Rasen als Verlierer verlassen. «Serien enden, doch die Hoffnung stirbt zuletzt», schreibt Sportjournalist Dominic Ledergerber und freut sich auf das erste Endspiel am Mittwoch gegen Basel.
Publiziert am Mo 20. Jul 2020 05:53 Uhr
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Er galt lange als unüberwindbar: Betim Fazliji (21), Defensivspezialist aus Rebstein und Siegesgarant des FC St.Gallen. Im 22. Super-League-Einsatz jedoch riss seine eindrückliche Serie: Gestern in Thun musste Fazliji erstmals nach 18 Siegen und drei Unentschieden erfahren, wie sich in der obersten Schweizer Liga eine Niederlage anfühlt.

Auf dem grünen Plastik im Berner Oberland war Fazlijis Serie jedoch längst nicht die einzige, die zu Ende ging: Stürmer Jérémy Guillemenot (22) etwa stand im Jahr 2020 immer in der Startelf, wenn er nicht gesperrt war. Erstmals seit dem 14. Dezember 2019 und der 1:3-Heimniederlage gegen den FC Zürich wurde der Genfer gestern nur eingewechselt. An seiner Stelle durfte erneut André Ribeiro (23) ran, für den wiederum am Mittwoch gegen Luzern (4:1) eine Serie von neun Joker-Einsätzen in Folge ein Ende nahm.

Für den FC St.Gallen hingegen endete die Serie der Ungeschlagenheit. Sechs Spiele hatte sie umfasst, am Ende gewann gestern aber der FC Thun mit 2:1, trotz 29:5-Schüssen und Eckball-Clubrekord für die Ostschweizer. Aber so ist das nun mal mit Serien: Sie beginnen klammheimlich und sie enden oft, wenn man es nicht erwartet. Was das für das Meisterrennen heisst? Vorerst gar nichts.

Erstes Endspiel am Mittwoch

St.Gallens Trainer Peter Zeidler hatte den Verlust des Spiels und der Tabellenführung ziemlich schnell verdaut, als er kurz nach dem Schlusspfiff zu Protokoll gab, dass seine Mannschaft «wieder aufstehen» würde. Das ist die richtige Einstellung. Denn auf die Ostschweizer warten nun vier Endspiele, in denen der Schweizer Fussballmeister 2020 ermittelt wird.

Bei zwei Punkten Rückstand auf Neo-Leader YB haben die St.Galler alles noch in den eigenen Füssen, zumal es am 3. August im Stade de Suisse zum Direktduell kommt. Wenn die Espen also alle vier Spiele gewinnen, sind sie Meister. Trotzdem ist diese «Weitsicht» nun fehl am Platz. Mehr als je zuvor gilt jener Grundsatz, für dessen Äusserung schon manch Fussball-Experte das Phrasenschwein füttern musste: Das nächste Spiel ist das wichtigste.

Das erste Endspiel steigt am Mittwoch gegen den FC Basel. Die Bebbi sind seit drei Spielen ungeschlagen, haben sich gestern bei Servette aber schwer getan (2:2). Übermorgen im Kybunpark wird sich die Mannschaft von Marcel Koller an den letzten Strohhalm klammern, um doch noch einmal ins Meisterrennen einzugreifen – oder um zumindest Platz zwei wieder in Reichweite zu holen, von dem Basel nun noch sechs Punkte entfernt ist.

Hoffnung auf den grossen Coup stirbt zuletzt

Auf diesem zweiten Platz liegt nun der FC St.Gallen. Er muss sich an keine Strohhalme klammern, er hat alle Erwartungen an sich längst übertroffen. Oder wie es Teleclub-Experte Marcel Reif ausdrückte: «YB muss Meister werden, St.Gallen darf.»

Insofern marschieren die Ostschweizer trotz der gestrigen Pleite ohne Druck auf die Zielgerade. Sie dürfen nach wie vor auf den grossen Coup hoffen – schliesslich stirbt die Hoffnung immer zuletzt.

Und vielleicht endet ja die derzeitige YB-Siegesserie just am 3. August. Klammheimlich hat YB nach dem 2:3 in Basel wieder zwei Siege aneinandergereiht und eine neue Serie lanciert. Und auch wenn die Berner in den vergangenen Jahren oft im Ruf standen, Meistertitel in letzter Sekunde noch zu «veryoungboysen», so würde man es nicht erwarten, dass sie dies ausgerechnet gegen Aussenseiter St.Gallen tun. Aber genauso ist es nun mal mit den Serien.

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