SportFCSGDer FC St.Gallen setzt weiter auf Leidenschaft

Der FC St.Gallen setzt weiter auf Leidenschaft

Bis 2025
Der FC St.Gallen plant langfristig mit Trainer Peter Zeidler und Sportchef Alain Sutter. Ihre Verträge wurden bis 2025 verlängert. Ein eher ungewöhnliches Vorgehen im Fussballgeschäft – aber genau richtig für den FC St.Gallen. Ein Kommentar.
Publiziert am Mi 15. Jul 2020 16:28 Uhr
© Ralph Ribi/St.Galler Tagblatt
- Ein eingespieltes Team: Sportchef Alain Sutter, Präsident Matthias Hüppi und Trainer Peter Zeidler.

Dass ein Fussballclub ohne Not die Verträge mit solch wichtigen Personen wie dem Trainer und dem Sportchef frühzeitig verlängert, ist selten. Und in der Regel auch nicht die beste Strategie. Nur zu schnell kann man in eine Negativspirale kommen, kann die Gewohnheit einsetzen und dann können solche Entscheide plötzlich teuer werden.

Aber was ist schon normal, was ist schon die Regel beim FC St.Gallen. Dieser Club, der so ziemlich alles ein bisschen anders macht als die anderen Vereine im Schweizer Fussball. Ein bisschen menschlicher, ein bisschen mehr «aus dem Bauch heraus», wie es Präsident Matthias Hüppi gerne betont. Man kann es auch mit einem anderen Wort beschreiben, das im Umkreis des FC St.Gallen gerne benutzt wird: Leidenschaft.

Ein Vertrauensbeweis

Immer wieder hört man, dass man mit genügend finanziellen Mitteln halt eben doch Titel kaufen kann. Spätestens seit dem Höhenflug der Espen weiss man: Auch Leidenschaft kann zu grossartigen Leistungen, ja überragenden Spielen, führen. Und möglicherweise sogar zum Meistertitel.

Der Verwaltungsrat des FC St.Gallen rund um Präsident Hüppi hat also alles richtig gemacht. Die Vertragsverlängerungen sind ein Vertrauensbeweis in die ausgezeichnete Arbeit von Trainer Zeidler und Sportchef Sutter, sie sind aber auch eine Investition in die Zukunft. Langfristig darf das Espen-Dreamteam planen, seine Idee vom Fussball auf den Platz bringen.

Nicht einfach Glück

Und sollte die grandiose Saison auch nicht mit einem Meistertitel gekrönt werden, ist man damit bereits auf der Gewinnerseite. Der FC St.Gallen hat unter dem Triumvirat Hüppi-Zeidler-Sutter die Schweizer Fussballlandschaft nachhaltig geprägt. Junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zeigen, dass sie mit den teuer eingekauften Stars anderer Mannschaften locker mithalten können, der offensive – und äusserst attraktive – Fussball der Espen kann zu Erfolg führen, mit Glück hat das nichts zu tun.

Die Leidenschaft. Das ist es, was den FC St.Gallen derzeit so unwiderstehlich macht, was das Team auf und neben dem Platz zu immer weiteren Höchstleistungen treibt. «Ich habe mich entschieden, hier mein Herzblut zu geben», sagte Alain Sutter. Worte, die man sonst eher nicht im Fussballgeschäft hört.

Aber eben: Was ist schon normal beim FC St.Gallen. Vielleicht dies: Die langfristige Planung, das ruhige und offene Vorgehen, das Vertrauen untereinander und – die Leidenschaft. Die Vertragsverlängerungen sind also genau richtig für den FC St.Gallen.

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