OstschweizZahlreiche Schäden und über 130 Einsätze wegen des Dauerregens

Zahlreiche Schäden und über 130 Einsätze wegen des Dauerregens

Unwetter-Bilanz
Der starke Regen übers Wochenende hat in fast allen Kantonen in der Ostschweiz Schäden angerichtet. Dutzende Male musste die Feuerwehr ausrücken. In Wil stürzte ein 4-jähriger Bub in einen überfluteten Schacht.
Publiziert am Mo 31. Aug 2020 11:34 Uhr

Überflutete Keller, Hangrutsche und Strassensperren: Die Feuerwehren in der Ostschweiz hatten am Wochenende alle Hände voll zu tun. Sowohl die Sitter, der Rhein als auch die Thur traten über die Ufer und fluteten das Vorland. «Bei der Thur wurde es an der Pegelstation Halden besonders kritisch», teilt Meteonews mit. Dort sei der Abfluss zeitweise nahe der 1000-Kubikmeter-Grenze gelegen, was einem 10- bis 20-jährigen Hochwasser entspreche.

Baum fällt auf fahrendes Auto

Trotzdem kam der Kanton Thurgau bei den Unwettern einigermassen glimpflich davon. Aufgrund der hohen Pegelstände von Flüssen und Bächen wurden zahlreiche Wege und Strassen abgesperrt. «Die Feuerwehren mussten rund 50 Mal wegen überfluteter Keller ausrücken», sagt Michael Roth, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. «In Frauenfeld stürzte ausserdem ein Baum auf ein fahrendes Auto. Die Lenkerin blieb unverletzt.»

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden gab es am Sonntag rund 30 Feuerwehreinsätze, in Innerrhoden blieb es ruhig.

Tragischer Unfall im Kanton St.Gallen

Etwas stärker wüteten die Unwetter im Kanton St.Gallen. «Die Einsatzkräfte wurden am Sonntag in rund 50 Gemeinden aufgeboten», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei. Ein besonders tragischer Unfall ereignete sich am Sonntagnachmittag in Wil. «Ein 4-jähriger Bub fiel in einen offenen Schacht und wurde durch einen unterirdischen Wasserkanal geschwemmt. Die Feuerwehr konnte ihn in kritischem Zustand bergen.»

Steinschläge und Strassensperrungen

Auch im Kanton Graubünden war die Lage angespannt, Personenschäden gab es aber keine, wie Mediensprecher Roman Rüegg sagt. «Wir hatten lediglich kleinere Steinschläge und mussten aus Sicherheitsgründen einige Strassen sperren. Alles in allem sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.»

Grosse Regenmengen in der Ostschweiz

Zwischen Graubünden, dem Glarnerland und dem Bodensee wurden grosse Mengen Regen gemessen, konkret zwischen 100 und 150 Millimetern, wie Meteonews schreibt. In den an das Tessin angrenzenden Talschaften waren es zum Teil auch mehr. Seit Sonntagabend normalisiert sich die Lage in der Ostschweiz, die Niederschläge liessen rasch nach. Die Fuss- und Velowege entlang des Rheins sind ab Montagmittag wieder offen.

Hier der Unwetter-Ticker zum Nachlesen:

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