OstschweizSt. GallenWattwiler Musiktalent: «Wenn ich singe, stottere ich nicht»

Wattwiler Musiktalent: «Wenn ich singe, stottere ich nicht»

Floren
Wenn Floren Redzepi aus Wattwil singt, dann vergisst er alles um sich herum. Auch, dass er normalerweise stottert, wenn er spricht. Gerade hat der 26-Jährige eine neue Single veröffentlicht und will eine Botschaft in die Welt tragen.
Publiziert am Di 9. Mär 2021 06:51 Uhr
© Luca Franzoni
- Die Musik macht ihn mutiger: Floren.

Floren Redzepi ist ein aussergewöhnlicher Sänger. Gerade hat er seinen neuen Song «Green Light» veröffentlich – eine Mischung aus R&B und elektronischen Klängen, überzogen mit seiner warmen, melodiösen Stimme. Lauscht man dieser, würde man niemals denken, dass der 26-Jährige stottert, wenn er spricht.

Dank den älteren «Kids» zu Hip-Hop und R&B gekommen

Die Musik ist für den Wattwiler schon seit jeher eine Welt ohne Einschränkungen, in die er sich zurückziehen konnte. Das junge Talent mit Wurzeln in Nordmazedonien und im Kosovo entdeckte seine Leidenschaft für Musik, die «flowt», schon früh. «Ich bin in einem Quartier aufgewachsen und kam durch die etwas älteren Kids und meine Cousins in Kontakt mit Hip-Hop und R&B. Ausserdem liefen zu Hause Pop-Hits auf MTV rauf und runter, worüber sich die Nachbarn im Wohnblock nicht immer freuten.» Justin Timberlake und Usher gehören zu Florens grossen musikalischen Vorbildern und haben auch seine eigene Musik geprägt.

Die Musik als Rückzugsort

Ab der zweiten Klasse begann Floren, selber zu singen, lange jedoch nur im Verborgenen. «Ich war sehr schüchtern als Kind. Einzig ein paar Kollegen wussten, dass ich ab und zu singe.» Er bemerkte schon früh, dass er mit dem Singen dem Stottern entfliehen konnte, welches er im Alter von fünf Jahren entwickelt hatte. «Ich begriff schnell, dass beim Singen einfach alles anders ist. Wenn ich singe, dann stottere ich nicht. Die Musik wurde für mich so zum Rückzugsort, wo ich mich bis heute einfach unglaublich wohl und selbstbewusst fühle.»

«Das Stottern ist ein Teil von mir»

Ab dem Teenageralter traute sich Floren, vor Leuten aufzutreten. Mittlerweile singt der 26-Jährige immer wieder vor Publikum, am Quellrock-Openair in Bad Ragaz stand der Musiker schon auf der Hauptbühne. «Es gibt für mich nichts Schöneres, als vor Publikum zu singen. Ich vergesse alles um mich herum und kann komplett in diese Welt eintauchen.» Wenn Floren auf der Bühne steht, spricht er auch mit den Zuschauern – trotz des Stotterns. Er hat eine klare Botschaft: «Das Stottern ist ein Teil von mir und ich stehe dazu. Es ist meine Art, zu zeigen: Hey, du kannst Hindernisse im Leben haben und trotzdem unaufhaltsam sein. Man sollte immer für seine Träume kämpfen.»

    #Floren#Musik#Toggenburg#Wattwil
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