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So fühlt sich ein Corona-Schnelltest an

Selbstversuch
In Apotheken und Arztpraxen werden jetzt vermehrt Corona-Schnelltests eingesetzt. Doch was muss ich dafür tun und wie schnell bekomme ich mein Resultat? Reporterin Vanessa Kobelt wagt den Selbstversuch.
Publiziert am Sa 14. Nov 2020 07:06 Uhr

Das lange Warten hat ein Ende: Im Kampf gegen die Pandemie werden in der Schweiz vielerorts Corona-Schnelltests eingesetzt. Doch geht wirklich alles so ruckzuck wie angekündigt? Ich habe einen Versuch gewagt – sehr zum Leidwesen meiner Rachenschleimhaut.

Durch den Garten zum Test

Seit Mittwoch kann man in der Apotheke in Gossau solche Schnelltests machen. Der Ansturm ist gross und die Termine rar, trotzdem darf ich für einen Versuch vorbeikommen. Nach der telefonischen Anmeldung muss ich draussen vor der Apotheke warten, schliesslich sollte man sich als potenziell Infizierter von andren Menschen fernhalten. Das leuchtet mir ein, trotzdem fühle ich mich, als wäre ich radioaktiv. Egal, es gibt Schlimmeres. (Zum Beispiel der Abstrich, der gleich folgt.)

Testlabor im Wintergarten

Eine Mitarbeiterin kommt nach draussen und führt mich durch den Garten einmal ums Gebäude. So gelange ich in den Wintergarten der Apotheke, welcher zum Testlabor umfunktioniert wurde. Dort wartet die Apothekerin mit Kittel und Mundschutz, sie ist heute für die Corona-Tests zuständig.

«Stellen, die nicht berührt werden wollen»

Nach dem Ausfüllen eines Fragebogens kommt dann der Schock. Fälschlicherweise dachte ich, für den Schnelltest brauche es keinen solchen Abstrich, wie man ihn von «normalen» Corona-Tests kennt. Noch bevor ich einen Rückzieher machen kann, wird mir auch schon das lange Stäbchen ins Nasenloch eingeführt. Es berührt Stellen, die nicht berührt werden wollen. Mir schiessen Tränen in die Augen. «Gleich fertig», sagt die nette Apothekerin und dreht das Stäbchen noch einmal. Meine Rachenschleimhaut pulsiert.

Wie ein Schwangerschaftstest

Dann geht alles ganz schnell. Sie zieht das Stäbchen heraus und taucht es in einen kleinen Behälter mit Flüssigkeit. Ein paar Tropfen werden auf den Test geträufelt – und zack! Ist der Test positiv, erscheint ein zweiter Strich, ist er negativ, passiert zehn Minuten lang gar nichts. Wie bei einem Schwangerschaftstest. (Nicht, dass ich je einen solchen gemacht hätte.) Ich habe weder Corona noch bin ich schwanger.

Guter Schutz für andere

Mein Fazit: Den Abstrich fand ich zwar ultra unangenehm, trotzdem ist der Test eine super Sache. Wenn jemand Symptome hat, bekommt er mit dem Corona-Schnelltest ganz schnell Klarheit und kann so viele Menschen im Umfeld vor einer Ansteckung schützen.

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