OstschweizSt. GallenNach Grossbrand in Rorschach: Betroffene sind jetzt in Ersatzwohnungen
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Nach Grossbrand in Rorschach: Betroffene sind jetzt in Ersatzwohnungen

Anschlusslösung
Vor einer Woche brannte in Rorschach eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Elf Bewohner verloren dabei ihr Hab und Gut. Mittlerweile hat die Stadt für alle Betroffenen Anschlusslösungen gefunden und es geht ihnen den Umständen entsprechend gut.
Publiziert am Fr 19. Feb 2021 05:40 Uhr

Es ist ein kalter Morgen in Rorschach, dichter, weisser Nebel umhüllt die Stadt. An der sonst so befahrenen Löwenstrasse ist es aussergewöhnlich ruhig. Schon von Weitem sieht man das rotweisse Absperrband, welches die Strasse von der Brandruine trennt. Heute vor einer Woche brannte hier ein Mehrfamilienhaus und elf Menschen verloren ihr zu Hause.

Brandursache weiter unklar

Um 7.45 Uhr ging die Meldung einer starken Rauchentwicklung bei der kantonalen Notrufzentrale ein. Rund 50 Feuerwehrleute standen im Einsatz und kämpften bei eisigen Temperaturen bis spät in die Nacht gegen den Brand. Verletzt wurde niemand – vom Mehrfamilienhaus blieb nur Schutt und Asche. Die Brandursache ist auch jetzt, eine Woche später, weiterhin unklar.

Noch immer Spendenangebote

Ein älteres Ehepaar wechselt die Strassenseite und bleibt ein paar Minuten bei der Ruine stehen. Der Mann schüttelt den Kopf – nimmt seine Frau an der Hand und sie spazieren weiter. Der Grossbrand hat die Rorschacher stark bewegt und eine Welle der Solidarität ausgelöst. «Wir bekommen bis heute Anfragen, ob es noch weitere Spenden braucht», sagt Sandra Richter, Sozialarbeiterin der katholische Kirche Rorschach. Sie koordinierte die Spendenabgabe und war vom Mitgefühl der Menschen überwältigt. «Kleider, Möbel – alles mögliche wurde angeboten. Es hat super funktioniert und wir brauchen keine Sachspenden mehr.»

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Opfer sind in Ersatzwohnungen

Den elf Bewohnern, die in dem Brandhaus lebten, gehe es den Umständen entsprechend gut, sie seien mit allem Nötigen ausgestattet worden. Betroffen sind zwei Ehepaare, drei Alleinstehende und eine vierköpfige Familie. Ein Teil von ihnen wurde nach dem Brand vorübergehen im Hotel Mozart in Rorschach untergebracht, die anderen hatten privat Unterschlupf gefunden. «Nun hat die Stadt für alle Betroffenen eine Anschlusslösung gefunden», sagt Stadtpräsident Robert Raths. Die Sozialen Dienste haben für die Betroffenen Ersatzwohnungen eingerichtet. «Diese konnten mittlerweile bezogen werden.»

«Schön, wenn man zusammensteht»

Raths hatte selbst mehrmals Kontakt mit Betroffenen und ist froh, dass es ihnen besser geht. «Sie haben wieder eine Perspektive und es herrscht Aufbruchsstimmung», sagt er erleichtert. Auch ihn habe dieser "Schicksalsschlag“ mitgenommen, er selbst verspüre grossen Respekt – ja sogar Angst vor dem Feuer. Was bleibe sei aber auch die grosse Dankbarkeit all jenen gegenüber, die geholfen haben. «Es hat mich sehr berührt, dass die Menschen auch über Rorschach hinaus so hilfsbereit waren. Es ist unglaublich schön, wenn man in schwierigen Momenten zusammensteht.»

    #Brand#Rorschach
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