OstschweizSt. GallenJunge Leute sollen für Risikogruppen einkaufen

Junge Leute sollen für Risikogruppen einkaufen

Coronavirus
Auf Social Media gibt es immer mehr Menschen, die sich für ältere Leute als Einkaufshilfe zur Verfügung stellen. Eine Facebook-Seite, gegründet in Schwarzenbach, will diese Idee in der ganzen Schweiz verbreiten.
Publiziert am Do 12. Mär 2020 18:24 Uhr
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- Junge Leute kaufen ein

Zwischen Todesfällen, Neuansteckungen und abgesagten Veranstaltungen sind gute Nachrichten selten, welche mit dem Virus in Zusammenhang stehen, das zurzeit die ganze Welt in Atem hält. Doch es gibt sie, die «Corona Good News». Nämlich dann, wenn Menschen zusammenhalten. Sich gegenseitig zu unterstützen, bringt Licht in eine von Angst und Unsicherheit geprägte Zeit. Die Facebook-Seite «PickNick» will die Idee verbreiten, Risikogruppen bei ihren wöchentlichen Einkäufen zu unterstützen.

Grosse Reichweite für Gutes nutzen

Der Gründer von «PickNick», Roger Eberhard aus Schwarzenbach, ist auch der Schöpfer der Gruppe «Du bisch vo Jonschwil-Schwarzenbach, wenn...». Er weiss, welche Reichweite Social Media haben können. «Ich habe gemerkt, dass man auf diesem Weg viele Leute erreichen und somit auch etwas Gutes bewirken kann», sagt der 47-Jährige. «Das ist umso wichtiger in Zeiten wie jetzt. Vor allem, da es noch viel schwieriger werden kann.»

Junge sollen Älteren helfen

Konkret geht es bei «PickNick» um eine solidarische Einkaufshilfe. Junge Menschen sollen älteren Menschen und Risikogruppen dabei helfen, an ihre Verpflegung zu kommen, ohne dass diese unter Menschen gehen müssen. «Die Idee entstand, weil die kleine Schwester meines Patenkindes ihren Opa anrief und ihm anbot, für ihn einkaufen zugehen. Ich fand das so herzig und es zeigte mir, dass bei Jung und Alt ein Bedarf besteht», sagt Eberhard. Funktionieren könnte das Ganze so:

Dorfbeck ist erster Teilnehmer

Das Projekt sei gerade erst gestartet und im Moment noch eher eine Vision. Roger Eberhard hat bereits Kontakt mit der Gemeinde und mit möglichen Helfern. Es gebe schon erste Feedbacks, auch Lebensmittelgeschäfte wollen laut dem Ostschweizer mitmachen. «Zum Beispiel hat sich der Dorfbeck Kobelt in Jonschwil gemeldet. Er möchte den älteren Leuten Brot und anderes nach Hause liefern.»

«PickNick» soll aber nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Schweiz Wellen schlagen. «Das Ziel ist es, dass die Menschen die Idee in ihre eigenen Dörfer tragen und unsere Seite ein Sammelort für Einkaufslisten und so weiter wird», sagt Roger Eberhard.

Auch in St.Gallen gibt es inzwischen eine Facebook-Gruppe, die junge Menschen, die gerne helfen wollen, mit jenen vernetzt, die Hilfe benötigen.

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