OstschweizSt. GallenAufruf: Spitäler suchen dringend Gesundheitspersonal

Aufruf: Spitäler suchen dringend Gesundheitspersonal

Coronavirus
Wegen der Corona-Krise steht das Schweizer Gesundheitssystem vor einer riesigen Herausforderung. Gut möglich, dass es beim Personal schon bald zu Engpässen kommt. Bereits suchen mehrere Kantone nach möglichen Wiedereinsteigern.
Publiziert am Do 19. Mär 2020 07:16 Uhr
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- Coronaspital

Die Corona-Krise wird früher oder später zu Engpässen im Gesundheitswesen führen. Dessen sind sich die Kantone bewusst. Am Mittwoch hat der Kanton St.Gallen, als einer der erster Kantone in der Ostschweiz, per Facebook zusätzliches Gesundheitspersonal gesucht. In einem Facebook-Post fordert der Kanton Personen mit entsprechender Ausbildung und freien Kapazitäten dazu auf, sich zu melden. Auch der Thurgau sucht freiwillige Helfer. Die beiden Appenzeller Kantone werden in den nächsten Tagen einen ähnlichen Aufruf starten.

«Gesucht werden explizit Leute, die Kapazität und eine Ausbildung in diesem Bereich haben. Das können zum Beispiel Wiedereinsteiger sein, die nicht zur Risikogruppe gehören», sagt Anke Lehmann, Leiterin Dienst für Pflege und Entwicklung des St.Galler Gesundheitsdepartements. «Freiwillige ohne Ausbildung werden vom Zivildienst koordiniert.»

«Bereits erste Rückmeldungen»

Die Mitteilung wurde nicht nur über Facebook, sondern auch per E-Mail verbreitet. «Zum Beispiel gibt es Bildungseinrichtungen im Gesundheitswesen mit einem grossen Pool an E-Mail-Adressen. Sie konnten unsere Nachricht direkt an die richtigen Leute schicken», sagt Lehmann. «Ich bin erstaunt, welche Wellen unser Post ausgelöst hat. Wir haben bereits erste Rückmeldungen bekommen, das freut uns wirklich sehr.»

«Es kann zu Engpässen kommen»

Es sei wichtig, zu wissen, dass es sich bei der Suche nach Gesundheitspersonal um eine rein präventive Massnahme handelt. «Zurzeit gibt es in den Spitälern und Pflegeheimen noch keinen Personalmangel. Jedoch kann es jederzeit zu Engpässen kommen und wir möchten gut vorbereitet sein», sagt Lehmann. Die Institutionen könnten sich bei Personalmangel direkt beim Kanton melden und man habe dann schon Lösungen Griff bereit.

Situation schweizweit angespannt

Das St.Galler Gesundheitsdepartement hat sich auch an den Schweizer Berufsverband für Pflegefachpersonal gewendet, welcher Wiedereinstiegskurse anbietet. Dort ist man sich der aktuellen Lage bewusst. «Die Situation ist in der ganzen Schweiz angespannt. In mehreren Kantonen laufen Bestrebungen, zusätzliches Personal zu rekrutieren», sagt Geschäftsführerin Yvonne Ribi.

«Wer sich bereit fühlt, soll sich unbedingt melden»

Es sei kein Geheimnis, dass die Stellenpläne in der Pflege sowieso schon äusserst knapp bemessen sind. «Jetzt, in dieser ausserordentlichen Situation, spitzt sich die Lage zu. Wir sind zusammen mit den Kantonen bemüht, zusätzliches Pflegepersonal zu rekrutieren», sagt Ribi. Die Schweiz befinde sich in einer Notlage, es gelte nun, mit allen Mitteln die pflegerische Versorgung für alle Patienten zu gewährleisten. «Wenn sich eine Pflegefachperson, die aktuell nicht im Beruf arbeitet und nicht zu einer Risikogruppe gehört, bereit fühlt, im System mitzuhelfen, soll sie sich unbedingt melden.»

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