OstschweizHochzeiten werden abgesagt: «Es ist eine Katastrophe»

Hochzeiten werden abgesagt: «Es ist eine Katastrophe»

Corona-Krise
In der Ostschweiz stehen wegen der Coronakrise viele Hochzeiten auf der Kippe. Sowohl für die Brautpaare als auch für die Veranstalter ist die Situation nur schwer auszuhalten.
Publiziert am Di 21. Apr 2020 05:29 Uhr

Wer bereits geheiratet hat oder eine Hochzeit plant, der weiss: Es handelt sich um eine hoch emotionale Angelegenheit. Das stundenlange Erarbeiten der Gästeliste, das Abklappern der Lokale und das Auswählen von Speis und Trank sind nur wenige der nervenaufreibenden Aufgaben im Vornherein. Ist alles ready, sind die Erwartungen meist hoch. Umso schlimmer, wenn dann wegen der Corona-Krise alles ins Wasser fällt.

Es macht sich Ernüchterung breit

«Es ist eine Katastrophe», sagt Jacqueline Bolliger, Gastgeberin des beliebten Hochzeitlokals Schloss Seeburg in Kreuzlingen. «Für Paare in der Familienplanung kann eine Absage oder eine Verschiebung der Hochzeit eine grosse Belastung sein. Bisher waren die meisten zwar sehr verständnisvoll und flexibel. Weil aber immer noch kein Ansatz einer Lösung in Sicht ist, macht sich grosse Ernüchterung breit.»

«Müssen auch auf uns schauen»

Jacqueline Bolliger und ihr Mann haben im Schloss Seeburg nichts unversucht gelassen, um Lösungen zu bieten und Hochzeiten zu verschieben. «Wir wollen, dass der finanzielle Schaden für die Paare möglichst klein bleibt. Da wir aber für das Schloss keine Mietreduktion bekommen und auch nicht wissen, wie es weiter geht, müssen wir nun auch auf uns selbst schauen.» Was das genau bedeutet, werde man noch diese Woche entscheiden.

Alternativ-Termine im Herbst

Lösungen erhofft man sich auch im Schloss Wartegg in Rorschacherberg. «Wir spüren die grosse Unsicherheiten bei den Brautpaaren extrem», sagt Gastgeberin Imelda Senn. «Es ist schwierig, ihnen Sicherheit zu geben, da wir ja selbst keine haben. Trotzdem versuchen wir, mit den Paaren in Kontakt zu bleiben.» Zurzeit handhabe man die Situation so, dass die Paare einen Alternativ-Termin im Herbst oder im Jahr 2021 bekommen. Der alte Termin bleibe zusätzlich bestehen.

Was jetzt zu tun ist

Du hast selbst eine Hochzeit geplant? Hochzeitsplanerin Simona Glarner erklärt gegenüber PilatusToday, was in einer solchen Situation zu tun ist.

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Zivile Trauungen finden statt

Während die Hoffnung, diesen Sommer ein grosses Hochzeitsfest zu feiern, schwindet, sind Trauungen auf dem Standesamt weiterhin möglich. Im eingeschränkten Rahmen, versteht sich. «Zusammen mit dem Brautpaar und den Trauzeugen, also zu fünft, sind die Trauungen weiterhin möglich», sagt Dominik Stillhard vom Zivilstandsamt Rorschach. Trotzdem gebe es viele Paare, die nicht ohne ihre Familien heiraten wollen und den Termin deshalb verschieben.

«Sitzen alle im gleichen Boot»

Auch in Altstätten seien schätzungsweise schon 15 Hochzeiten auf ein anders Datum verlegt worden, sagt Zivilstandesbeamtin Robin Wessner. «Vor allem die Paare, die nur standesamtlich heiraten, wollen ihre Hochzeit lieber verschieben. Wir haben grosses Verständnis für diese Situation und sind deshalb offen und flexibel.» Schön findet Robin Wessner, dass die meisten gut mit der Situation umgehen. «Man spürt einfach, dass alle im gleichen Boot sitzen. Und geteiltes Leid ist nun mal halbes Leid.»

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